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Geschichten von Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen in der Informatik

26. August 2026

In Geschichte der Informatik gab und gibt es Pionier*innen, die Gruppen angehören, die in diesem Bereich unterrepräsentiert waren und sind, z. B. Frauen, Menschen aus der LGBTQ+-Community oder People of Colour. Die Informationskampagne soll ihre Geschichten erzählen, ihre Leistungen würdigen und dafür sorgen, dass ihre Arbeit nicht in Vergessenheit gerät. Dieses Projekt ist Teil des Equal Opportunities Plans (EOP) des Max-Planck-Instituts für Sicherheit und Privatsphäre (MPI-SP).

Grace Hopper
Grace Hopper (1906) war eine der ersten Programmiererinnen von IBMs Mark I Computer. 1952 entwickelte Hopper das erste Compiler-Programm, das menschenlesbare Befehle in Maschinencode übersetzte. Sie entwickelte zudem die Programmiersprachen FLOW-MATIC und COBOL, von denen Letztere noch heute in Gebrauch ist. Die „Queen of Code“ wurde 2016 posthum mit der Presidential Medal of Freedom ausgezeichnet.

 

 

 

Ada Lovelace
Ada Lovelace (1815) arbeitete an der Analytical Engine von Charles Babbage mit und sah das Potential der Maschine über die Berechnung mathematischer Zahlen hinaus. In „Notes“ beschrieb sie einen Algorithmus, der eine bestimmte Zahl der Bernoulli-Reihe ermitteln soll. Dieser ist vergleichbar mit heutigen Computerprogrammen, weshalb Lovelace als erste Programmiererin der Welt gilt.

      

      

Gertrude Blanch

Gertrude Blanch (1897) studierte Mathematik, Physik und algebraische Geometrie. Ab 1938 leitete sie Teams von „menschlichen Computern“ im Rahmen des Mathematical Tables Project. Während dieser Zeit entwickelte Blanch Algorithmen, um den Berechnungsprozess komplizierter mathematischer Tabellen für wissenschaftliche, technische und militärische Zwecke zu optimieren, eine Arbeit, die später vom National Bureau of Standards übernommen wurde. Als Pionierin ihres Fachs wurde sie 1963 Fellow der American Association for the Advancement of Science.      

      

      

Lynn Conway

Lynn Conway (1938) löste in den 1970er Jahren zusammen mit ihrem Kollegen Carver Mead die globale Very-large-scale integration (VLSI)-Revolution aus und verfasste mit Mead den Bestseller „Introduction to VLSI Systems“, der zu dem Nachschlagewerk für Chip-Designer wurde. Conway, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterzog und 1999 outete, engagierte sich seitdem öffentlich als Aktivistin für die Rechte von Transgender Menschen. Für ihre Pionierarbeit in der Informatik wurde sie 2016 Fellow der AAAS und 2023 in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen.

      

      

Die ENIAC Frauen

Während des zweiten Weltkriegs wurde der für die Berechnung von Flugbahnen von Artilleriegeschossen entwickelte ENIAC-Computer fast ausschließlich von Frauen programmiert: die Pionierarbeit der sechs Programmiererinnen Kathleen Antonelli, Jean Bartik, Betty Holberton, Maryln Meltzer, Frances Spence and Ruth Teitelbaum blieb jedoch jahrzehntelang unbekannt. Das änderte sich Dank einer Dokumentation aus dem Jahr 2014 und des 2022 erschienenen Buchs „Proving Ground: The Untold Story of the Six Women Who Programmed the World’s First Modern Computer“ von Kathy Kleimann.

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