Vier Wissenschaftlerinnen in Führungspositionen

 2025 wurden vier Direktorinnen neu an Max-Planck-Institute berufen

6. März 2026
Raphaële Clément ist Direktorin am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart. Sie war zuvor tätig an der University of California, Santa Barbara.

Raphaële Clément

Direktorin am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart (zuvor tätig an der University of California, Santa Barbara)

Raphaële Clément erforscht, wie der innere Aufbau von Materialien die Leistung wiederaufladbarer Batterien beeinflusst. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, warum manche Batteriematerialien effizienter, langlebiger oder sicherer sind als andere. Dafür betrachtet Clément gemeinsam mit ihrem Team Batteriematerialien bis auf die Ebene einzelner Atome – auch während des Lade- und Entladevorgangs. Mit spezialisierten Analysemethoden macht sie kleinste strukturelle und chemische Veränderungen sichtbar, die darüber entscheiden, wie gut eine Batterie funktioniert. Ziel ihrer Forschung ist es, neue Materialien zu entwickeln, die eine höhere Leistung ermöglichen und zugleich sicherer und ressourcenschonender sind.
 
Sohini Kar-Narayan ist Direktorin am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme, Magdeburg. Sie war zuvor tätig an der University of Cambridge.

Sohini Kar-Narayan

 

Direktorin am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme, Magdeburg (zuvor tätig an der University of Cambridge)

Der innere Aufbau neuartiger Materialien entscheidet über ihre funktionalen Eigenschaften – mit diesem Zusammenhang befasst sich Sohini Kar-Narayan. Ziel ihrer Arbeit ist es, Materialeigenschaften gezielt so zu gestalten, dass sie für Anwendungen in der Energie-, Sensor- und Medizintechnik nutzbar werden. Die Materialwissenschaftlerin entwickelt polymerbasierte Nanostrukturen, die auf äußere Reize wie mechanische Verformung oder Temperatur reagieren und dabei Energie aus der Umgebung gewinnen können. Solche Materialien lassen sich etwa in autonomen Systemen einsetzen, die ohne externe Stromversorgung auskommen. Mit ihrer Forschung trägt Kar-Narayan zur Entwicklung neuer Ansätze für die Gewinnung, Speicherung und Wandlung erneuerbarer Energien bei. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf intelligenten Sensoren und Aktoren für Anwendungen in Bereichen wie Soft Robotics und Bioelektronik.
 
Catharina Stroppel ist Direktorin am Max-Planck-Institut für Mathematik, Bonn. Sie wechselte von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn, an das Max-Planck-Institut.

Catharina Stroppel

Direktorin am Max-Planck-Institut für Mathematik, Bonn (zuvor tätig an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn)

Symmetrien prägen viele Bereiche der Mathematik und Naturwissenschaften – vom Aufbau von Kristallen bis zu den grundlegenden Wechselwirkungen in der Teilchenphysik. Mit solchen Strukturen befasst sich Catharina Stroppel in ihrer Forschung. Ihr Arbeitsgebiet ist die Darstellungstheorie, ein mathematisches Teilgebiet, das untersucht, wie sich Symmetrien systematisch beschreiben und analysieren lassen. In ihrer Arbeit verbindet Stroppel Methoden aus der Darstellungstheorie mit Fragestellungen aus der Topologie, der Mathematik räumlicher Strukturen und Verknüpfungen. Sie entwickelt neue mathematische Werkzeuge, um Zusammenhänge zwischen algebraischen Strukturen und geometrischen Objekten sichtbar zu machen. Ihre Forschung wirkt über ihr engeres Fachgebiet hinaus und liefert Impulse für verschiedene Bereiche der reinen Mathematik, in denen grundlegende Strukturen und ihre Beziehungen im Mittelpunkt stehen.
 
Carmela Troncoso ist Direktorin Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre, Bochum. Zuvor war sie tätig an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne, Schweiz.

Carmela Troncoso

Direktorin Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre, Bochum (zuvor tätig an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne, Schweiz)

Der Schutz der Privatsphäre ist eine zentrale Herausforderung digitaler Systeme. Mit dieser Frage befasst sich Carmela Troncoso in ihrer Forschung. Sie verbindet kryptographische Methoden mit System- und Softwareanalyse, um datenschutzfreundliche Anwendungen zu entwickeln und kritisch zu bewerten. Troncoso war maßgeblich an der Entwicklung dezentraler Protokolle für digitale Kontaktverfolgung beteiligt und untersucht deren technische und gesellschaftliche Auswirkungen. Darüber hinaus analysiert sie bestehende und neue Datenschutztechnologien im Hinblick auf ihre tatsächliche Schutzwirkung. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der sicheren Nutzung sensibler Daten in Bereichen wie Journalismus, humanitärer Hilfe und datengetriebenen Anwendungen. Ihre Forschung trägt zu einer realistischen Bewertung von Sicherheits- und Datenschutzversprechen digitaler Technologien bei.
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